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Anbieter von MiS Micro-Stimulations-Systemen zur Dekubitus- und Schmerztherapie:
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Dekubitus-Ratgeber

Risikofaktoren

Neben den primären Ursachen der Hautschäden müssen Risikofaktoren bedacht werden, die die Entstehung und Entwicklung eines Dekubitus fördern.

Es können intrinsische und extrinsische Risikofaktoren unterschieden werden, also nach Risikofaktoren, die im Patienten selber oder in der Umwelt begründet sind. Nachfolgend sollen einige Risikofaktoren kurz erläutert werden:

Abb. 5: Risikofaktoren

Intrinsische Faktoren

Reduzierte Mobilität/Immobilität

Unter reduzierter Mobilität/Immobilität versteht man eine krankheits- oder altersbedingte, eingeschränkte Beweglichkeit. Sie stellt den wichtigsten Risikofaktor für die Entstehung eines Druckgeschwürs dar. Durch stark reduzierte Mobilität ist es dem Patienten oft gar nicht oder nur unzureichend möglich, seine Lage im Sitzen oder Liegen zu verändern. Er kann dem Druck auf bestimmte Körperregionen keine Entlastung entgegensetzen. Zu diesen Auswirkungen der Immobi­lität kommen noch eine schlechte Lungenbe­lüftung, eine verlangsamte Verdauung, das Steifwerden der Gelenke, die Abnahme der Skelettmuskulatur etc. hinzu. Aber auch die Psyche eines Patienten ist durch Immobilität stark beeinträchtigt. Solche Patienten neigen oft zu depressiven Verstimmungen, die die Immobilität wiederum fördern und verstärken.

Alter

Das Alter eines Patienten ist zur Bestimmung des Dekubitusgefährdungsgrades von großer Bedeutung. Muss ein älterer bis hochbetagter Mensch betreut bzw. gepflegt werden, sind folgende Punkte zu berücksichtigen:


Ältere Menschen

  • Die Haut älterer Menschen weist Veränderungen ihrer Struktur auf: daraus resultiert eine größere Verletzlichkeit.
  • Ältere Menschen leiden meistens unter Grunderkrankungen, die sich negativ auf das Dekubitusrisiko auswirken können.
  • Insgesamt besteht oft ein reduzierter Allgemeinzustand.
  • Oft ist die Mobilität durch das Alter eingeschränkt.
  • Diese Personengruppe trinkt in der Regel zu wenig und ist dadurch häufig ausgetrocknet.

Austrocknung - Exsikose

Patienten in reduziertem Allgemeinzustand trinken häufig zu wenig. Der Flüssigkeitsmangel im Körper bewirkt die Austrocknung der Haut. Neben dieser Auswirkung führt eine solche Exsikose auch zu Veränderungen der geistigen Fähigkeiten. Die Patienten sind eingetrübt und artikulieren sich in einer für sie ungewöhnlichen Art und Weise.

Verschiedene Faktoren tragen dazu bei. Zum einen lässt im Alter das Durstempfinden nach, d.h. der ältere Mensch merkt nicht, dass er einen Flüssigkeitsmangel hat. Zum anderen sind im höheren Lebensalter die Nieren eher nachts aktiviert, was den häufigen nächtlichen Harndrang erklärt. Selbstverständlich wird dieser Sachverhalt als lästig empfunden und das Trinken somit gerne eingeschränkt. Inkontinenz erhöht darüber hinaus den Wunsch, noch weniger zu trinken. Ohne das Wissen um diese Zusammenhänge, bringt sich der ältere Mensch also oft selbst in den fatalen Zustand des Flüssigkeitsmangels.

Bei der lebenswichtigen Versorgung des Patienten mit einer ausreichenden Menge Flüssigkeit können z.B. pflegende Ange­hörige einen bedeutenden Teil der Pflege leisten.

Gewicht

Sowohl sehr dünne als auch dicke (adipöse) Patienten neigen stärker zur Entwicklung eines Dekubitus als normalgewichtige Menschen, da durch die anatomischen und physikalischen Verhältnisse große Druckwerte auf die gefährdeten Körperstellen einwirken.

Untergewicht/Mangelernährung

Mangelernährung führt zu einem reduzierten Allgemeinzustand, Mattigkeit, Abgeschlagen­heit und Schwäche. Dadurch wird letztendlich ebenfalls die Immobilität eines Patienten gefördert. Bei schon vorhandenem Dekubitus verzögert sie zudem den Prozess der Wundheilung. Studien belegen, dass untergewichtige Menschen wesentlich mehr Risiko haben, einen Dekubitus zu erleiden als Normal/- bzw. übergewichtige Menschen.

Inkontinenz

Inkontinenz ist das Unvermögen, Harn oder Stuhl kontrolliert ausscheiden zu können. Obwohl ein Patient in einem solchen Fall mit Inkontinenzartikeln, wie beispielsweise Windelhosen, versorgt wird, wirken Stuhl, Urin und Bakterien permanent auf die Haut ein. Hautschäden sind die Folge.

Stoffwechsel- und neurologische Erkrankungen

Durch Auswirkungen und Komplikationen bestehender Grunderkrankungen, wie beispielsweise die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder den Schlaganfall (Apoplexie) wird der Entstehung eines Druckgeschwürs Vorschub geleistet.

Die Spätkomplikationen des Diabetes mellitus sind Nervenleiden (Neuropathien), Gefäßkrankheiten (diabetische Makro- und Mikroangiopathien), krankhafte Veränderungen der Nieren (Nephropathien) und Veränderungen des Augenhintergrundes (Retinopathien).

Die Neuropathien führen häufig zu einem reduzierten Schmerzempfinden, d.h., dass Schmerz, der durch Druck entsteht, vom Patienten nicht wahrgenommen wird. Es erfolgen keine Bewegungen, die zu einer Druckentlastung führen.

Diabetische Makro- und Mikroangiopathie bewirken eine reduzierte Blutzirkulation. Werden Blutgefäße bei bereits vorherrschender Minderdurchblutung zusätzlich von außen komprimiert, ist das Absterben der entsprechenden Zellen unausweichlich. Aber auch die Wundheilung schon bestehender Druckgeschwüre ist durch die schlechte Blutversorgung äußerst langwierig und kompliziert.

Die Symptomatik eines Schlaganfalls können, entsprechend seiner Äthiologie (Herkunft), Sensibilitäts- und Lähmungs­erscheinungen sein. Die Sensibilitäts­störungen führen zu einer verminderten Reizweiterleitung. So kann wiederum Druck schlecht oder überhaupt nicht wahrgenommen werden. Die einseitigen Lähmungs­erscheinungen (Paresen) reduzieren die Mobilität des Patienten erheblich. Häufig werden die betroffenen Körperseiten negiert, d.h. der Patient sieht diese Körper­hälfte nicht mehr als zu ihm dazugehörig an. Auch hier besteht durch die Grunderkrankung ein erheblich erhöhtes Dekubitusrisiko.

Infektionen

Infektionen greifen negativ in den Stoff­wechsel ein und schwächen die körpereigene Abwehr und damit auch den Allgemeinzustand des Patienten. Zudem entwickeln Infektionspatienten Fieber, welches wiederum zu einer vermehrten Schweiß­sekretion führt. Die damit verbundene Feuchtigkeit weicht die Haut auf und setzt, wie schon beschrieben, die Widerstandskraft der Haut herab.

Sensibilitätsstörungen

Bei Sensibilitätsstörungen handelt es sich um das völlige Fehlen, die Herabsetzung oder die Steigerung eines Sinnesreizes. Zu diesen Sinnesreizen zählen beispielsweise die Temperaturempfindung oder die Wahr­nehmung von Berührung und Schmerz.

Sensibilitätsstörungen können dazu führen, dass der Patient nicht auf den durch Druck entstehenden Schmerz mit einem Positions- bzw. Lagerungswechsel reagieren kann.

Körperliche und seelische Verfassung

Körperliche Schwäche und depressive Ver­stimmungen wirken sich unmittelbar negativ auf die Mobilität des Patienten aus. Gerade hier ist es wichtig, erste Anzeichen zu erkennen und entsprechende Maßnahmen in die Wege zu leiten, um das Problem zeitnah an der Wurzel packen zu können und weitere Immobilität zu verhindern.

Manche werde in dieser Auflistung das Problem „Inkontinenz“ vermissen. Hierbei gilt anzumerken, dass es keinen wissenschaftlichen Zusam­men­hang zwischen der Dekubitusentstehung und der Hautfeuchtigkeit gibt. Sollte es allerdings aus anderen Gründen zu einem Dekubitus kommen, kann die vorhandene Inkontinenz und damit die Verunreinigung der Wunde zu massiven Komplikationen im Sinne von Infektionen führen.

Extrinsische Faktoren

Lagerung/Positionierung

Wie bereits in Abbildung vier dargestellt, gibt es Lagerungsarten, die die Entstehung eines Dekubitus fördern können. Als klassisches Beispiel sei hier die 90°-Seitenlagerung genannt. Verweilt der Patient über einen längeren Zeitraum in dieser Position kann davon ausgegangen werden, dass sich wahrscheinlich ein Druckgeschwür bilden wird. Aber auch das permanente Sitzen oder das Liegen auf dem Rücken über einen längeren Zeitraum sind Lagerungen, die einen hohen Gefährdungsgrad in sich bergen.

Hebe- und Lagerungstechniken

Bei falschen Hebe- und Lagerungstechniken kann die Haut durch Reißen, Verschieben und Drücken des Patienten Verletzungen erfahren. Hier sei an die beschriebenen Scherkräfte erinnert.

Medikamente

Bei dekubitusgefährdeten Patienten sollte nach Möglichkeit auf sedierende, also ruhigstellende Medikamente verzichtet werden, da sie sich mehr oder weniger stark auf die Mobilität eines Patienten auswirken. Aber auch Schmerzmittel können bewirken, dass durch Druck verursachte Schmerzen nicht wahrgenommen werden können. In jedem Fall muss die Gefährdung eines Patienten dem Arzt mitgeteilt werden, so dass dieser die medikamentöse Therapie des Patienten darauf abstimmen kann.

Verbände

Falsch angelegte oder zu fest sitzende Verbände können massiven Druck auf das Gewebe auslösen.

Sonden und Katheter

Ebenso können Sonden und Katheter sowie körpernahe Fixierungen, die immer an der gleichen Stelle Druck ausüben, zu massiven Schädi­gungen führen. Gerade bei Sonden und Kathetern ist es auch fatal, dass die Pflegekraft die Defekte nicht sofort bemerken kann, da die Schädigungen im Körper liegen und erst spät die Komplikationen nach außen treten.

Harte Auflageflächen

Insbesondere harte OP-Tische, Tragen und Behandlungsliegen können hier nach kürzester Zeit zu massiven Schädigungen des Gewebes führen aber natürlich auch Stühle und zu harte Matratzen müssen hier genannt werden. Ebenso können zu feste Lagerungsmaterialien Druck auf ohnehin gefährdete Körperstellen ausüben.