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Anbieter von MiS Micro-Stimulations-Systemen zur Dekubitus- und Schmerztherapie:
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Demenz - MiS Micro-Stimulation® als Intervention bei dementiellen Veränderungen

Nahezu jeder hat es schon erlebt – das Wort liegt einem auf der Zunge oder man hätte schwören können, den Schlüssel dort abgelegt zu haben. Alltagssituationen in denen uns das Gedächtnis gelegentlich einen Streich spielt. Nur wird bei vielen Menschen aus dem gelegentlichen Gedächtnisstreich ein ständig zunehmender Gedächtnisstreik mit Folgen für Dasein und Leben. Zunehmende Beeinträchtigungen in den Bereichen der Aktivitäten des täglichen Lebens, der Orientierung, der Lern-fähigkeit, der Sprache, der Auffassung sowie des Urteilsvermögens sind die Folge.

Aus der Gesundheitsberichterstattung des Bundes geht hervor, dass in Deutschland fast eine Millionen Menschen ab 65 Jahren und älter an einer Demenz leiden und die Zahl der Neuerkrankungen jährlich fast 200.000 beträgt¹.

Der Oberbegriff Demenz steht für das Nachlassen der geistigen Fähig-keiten aufgrund einer Schädigung des Gehirns. Häufig ist es aber schwierig zu beurteilen, ob eine altersübliche Veränderung der geistigen Leistungsfähigkeit vorliegt, oder ob es sich bereits um ein frühes Stadium der Demenz handelt.

Will man nur eine minimale Vorstellung davon bekommen was Betroffenen passiert, so wird dieses an der lateinischen wörtlichen Übersetzung des Wortes Demenz „ohne Geist sein“ deutlich. Der Mensch verliert die Kontrolle über sich selbst, bis hin zu Veränderungen der Persönlichkeit, dem Verhalten und den Wesenseigenschaften. Gerade hier sind Außenstehende und Betroffene gleichermaßen einer Situation ausgesetzt, die den Umgang miteinander oft erschwert.

Formen der Demenz

Etwa zwei Drittel aller Betroffenen leiden an der wohl bekanntesten Form, der Demenz vom Alzheimer-Typ, umgangssprachlich auch Alzheimer genannt. Erstmals wurde diese Erkrankung des Gehirns 1906 vom Neurologen Alois Alzheimer beschrieben und später nach ihm benannt. Dieser Typ der Demenz wird auch als degenerative Form bezeichnet, da es langsam aber permanent zum Absterben von Nervenzellen im Gehirn kommt. Die Folge ist, dass die Hirnleistung von Betroffenen zunehmend beeinträchtigt wird. Dieses äußert sich beispielsweise in Orientierungs- und Wahrnehmungsstörungen.

Charakteristisch für das Krankheitsbild ist der zu Beginn schleichende Verlauf sowie die bereits erwähnte stetig zunehmende Verschlechterung der Hirnleistung. Die Alzheimer Krankheit kann sowohl kontinuierlich als auch in Schüben verlaufen. Im Weiteren kommt es vermehrt zu Einschränkungen in den Aktivitäten des täglichen Lebens, bis hin zum Eintritt einer vollständigen Pflegebedürftigkeit.

Weitere 15 – 20 % der dementiellen Erkrankungen sind vaskulär (= die Gefäße betreffend) bedingt. Sie werden von Durchblutungsstörungen im Gehirn, z.B. nach einem Schlaganfall, ausgelöst. Die Ver-engung oder der Verschluss von Blutgefäßen, die das Gehirn versorgen, haben zur Folge, dass die Gehirnzellen einen Sauer- und Nährstoff-mangel erleiden und absterben. Hinsichtlich der Prognose kommt es im Vergleich zur Alzheimer-Demenz bei vaskulär bedingten Demenzen nicht zwingend zu einer Verschlechterung.

Am Schluss stehen die sogenannten Sekundären Demenzen. Entgegen den fortschreitenden Formen liegen diesem Typ der Demenz beispielsweise Ursachen wie Alkohol- oder Tablettensucht, entzündlich bedingte sowie übertragbare Erkrankungen oder Stoffwechselerkrankungen zu Grunde. Etwa 10 % aller Betroffenen sind mit Grunderkrankungen dieser oder ähnlicher Art behaftet. Wird die Diagnose rechtzeitig gestellt, sind die Grunderkrankungen unter Umständen therapierbar und damit die Demenz rückläufig. Im günstigsten Fall kann sich die Demenz sogar vollständig zurückbilden.

 

Interventionen bei Demenz

Obwohl man heute bereits viel über Demenzerkrankungen weiß, gibt es bislang noch keine Form der Behandlung, um den fortschreitenden degenerativen Prozess zu stoppen. Mit nicht medikamentösen Behandlungsformen und einer Vielzahl neu entwickelter Arzneimittel versucht man den geistigen Abbau zu verzögern, um dem zunehmenden Verlust an Eigenständigkeit, und damit auch an Lebensqualität, ein Stück weit entgegenzuwirken.

Hinsichtlich der begrenzten therapeutischen Möglichkeiten gilt es, den Betroffenen, neben dem Einsatz von Medikamenten, auch auf psycho-sozialer Ebene zu unterstützen. Hierfür gibt es bereits verschiedenste Ansätze zur Intervention bei Demenz, die sowohl das Bewältigen der Erkrankung aber auch Wohlbefinden und Lebensqualität von Betroffenen positiv beeinflussen können.

Ansätze zur Intervention bei Demenz:

  • Validation²
  • Biografiearbeit / Erinnerungspflege
  • Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung

Am Beispiel der Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung wird die Notwendigkeit solcher Ansätze deutlich. Denn die Interaktion des Menschen mit seiner Umwelt gehört zu den wichtigsten Einflussfaktoren der Lebensqualität und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden. Es gilt also zu versuchen, die Ganzheitlichkeit möglichst lange zu erhalten und elementare Bedürfnisse nach Wahrnehmung, Bewegung und aktiver Kommunikation zu unterstützen und zu fördern.

Eine dauerhafte Wahrnehmung unseres Körpers und der Umwelt ist nur dann gewährleistet, wenn die körperlichen Sinne entsprechend gefordert bzw. gereizt werden. Hingegen werden monotone, sprich gleichförmige Reize schon nach einiger Zeit nicht mehr wahrgenommen. Die aus dieser Situation heraus resultierende Reizarmut führt über kurz oder lang zum Verlust der Realität und schlussendlich in die Orientierungslosigkeit.

Häufig kann man beobachten, dass alte Menschen versuchen, dieser Reizarmut zu begegnen. Die Betroffenen nesteln beispielsweise mit den Fingern auf der Bettdecke oder schaukeln mit dem Oberkörper. In einer Art Selbsthilfe beginnt der Betroffene sich zu stimulieren (Autostimulation), um - wenn auch nur begrenzt - Informationen über seinen Körper und seine Umwelt zu erhalten. Insbesondere bettlägerige oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Demenzkranke sind diesbezüglich gefährdet.

Mögliche Interventionen zur Wahrnehmungs- und Bewegungs-förderung bei Demenz-Kranken finden sich beispielsweise in der Basalen Stimulation oder der MiS Micro-Stimulation.

Die Basale Stimulation ist ein Konzept zur Wahrnehmungs- und Kommunikationsförderung. Entwickelt wurde das Konzept in den 70er Jahren von dem Sonderpädagogen und heilpädagogischen Psychologen Prof. Dr. Andreas Fröhlich zur Früh- und Wahrnehmungsförderung von schwerst- und mehrfachbehinderten Kindern. Es unterstützt schwerstbehinderte Menschen im Erleben des eigenen Körpers und in der Interaktion mit ihrer Umwelt. Dabei orientiert sich das Förderkonzept an ursprünglichen und damit vertrauten Sinneserfahrungen, die der Mensch in seinem Entwicklungsprozess ab der Embryonalzeit macht. In den 80er Jahren wurde das Konzept der Basalen Stimulation von der Krankenschwester und Diplom- Pädagogin Prof. Christel Bienstein aufgegriffen und in Kooperation mit Prof. Dr. Fröhlich auf die Pflege Erwachsener übertragen. Aus diesem Ansatz heraus entwickelten Bienstein und Fröhlich die „Basale Stimulation in der Pflege“.

Die MiS Micro-Stimulation ist ein dynamischer, pflegetherapeutischer Ansatz zur Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung, der sich in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess befindet. Sie verknüpft neurophysiologische Grundlagen mit bewegungs- und wahrnehmungsschulenden Ansätzen wie der Basalen Stimulation oder dem Aktivitas Pflegekonzept.
Weitere Informationen zur ThevoVital Demenzmatratze mit integrierter Mis Micro-Stimulation.

Die MiS unterstützt das Körperbild durch Körperorientierung. Um ein solches zu erhalten, benötigt das Gehirn sensorische Informationen. Hierfür nutzt MiS unter anderem die Sensorik von Haut, Muskeln und Knochen. Die erworbenen Informationen werden an das Gehirn weitergeleitet und von dort an entsprechender Stelle beispielsweise in eine Bewegung umgesetzt.

Auch im Bereich der Dekubitusprophylaxe und –therapie sowie in der Schmerztherapie sprechen die Erfolge der MiS für sich und besitzen eine hohe Akzeptanz im pflegerischen Alltag.


¹ Robert Koch Institut Statistisches Bundesamt Gesundheitsberichterstattung des Bundes Heft 28 Altersdemenz

² Im Focus der Validation steht, insbesondere im Umgang mit Demenzkranken, den betroffenen Menschen akzeptierend in seiner Lebenswelt zu belassen und Äußerungen, Gefühle sowie Handlungen ernst zu nehmen. Übesetzt bedeutet der Begriff Validation „wertschätzen“.

 

Entscheidungshilfe & Rezeptieren von Systemen zur Dekubitusprophylaxe und -therapie

Jeder Mensch weiß wie schwierig es sein kann, für sich selbst die passende Matratze zu finden. Wie unweit schwerer ist es dann, für seinen Angehörigen oder einen pflegebedürftigen Menschen die geeignete Matratze auszuwählen? Gerade bei der Auswahl von Systemen zur Dekubitusprophylaxe und –therapie lastet eine große Verantwortung auf dem Entscheider. Viele Kriterien müssen hierbei berücksichtigt werden.

Denn Dekubitus ist mehr als nur Druck, wie wir mittlerweile schmerzhaft erlernen mussten. Viele Faktoren begünstigen die Entstehung eines Dekubitus, viele verhindern oder verlangsamen seine Heilung. Auch wenn die Matratze nur einen Baustein der Therapie darstellt, kann aber gerade dieser der Entscheidende sein. Genauso entscheidend ist es jedoch auch, die Gesamtsituation des Benutzers einzuschätzen.

  • Kommen Schmerzen mit hinzu? Spielt der Muskeltonus eine Rolle?
  • Leidet der Nutzer unter zusätzlichen Erkrankungen wie Osteoporose, Rheuma, Arthrose …?
  • Berücksichtigen Sie bitte außerdem, dass gerade in stationären Pflegeeinrichtungen aber natürlich auch in der ambulanten Versorgung – das Thema Prävention von Dekubitalgeschwüren sehr entscheidend ist.

 Hier spricht der Nationale Expertenstandard zur Dekubitusprophylaxe klare Worte: „Die Pflegekraft verfügt über die Kompetenz, die Notwendigkeit und die Eignung druckverteilender Hilfsmittel zu beurteilen. Dem Risiko des Patienten/ Bewohners entsprechende druckverteilende Hilfsmittel (z. B. Weichlagerungskissen und -matratzen, Spezialbetten) sind unverzüglich zugänglich zu machen (DNQP 2010).“

Unverzüglich im Sinne des Standards heißt innerhalb von 12 Stunden. Für stationäre Einrichtungen bedeutet dies zunächst, einige Systeme zur Dekubitusprophylaxe und -therapie vorrätig zu haben, um hier so schnell wie möglich reagieren zu können. In der ambulanten Versorgung sind Kliniken, Hausärzte und Pflegekräfte gefordert, so schnell wie möglich die passende Matratze auszuwählen und die Versorgung in die Wege zu leiten.

Das „beste“ Hilfsmittel gibt es nicht, die Qualität eines Hilfsmittels richtet sich vielmehr immer nach dem Grad des individuellen Nutzens für den Patienten/ Bewohner. Der Hilfsmitteleinsatz muss daher immer auf den betroffenen Menschen abgestimmt werden. Jeder Patient/Betroffene bringt andere Voraussetzungen in die pflegerische Situation mit ein (u.a. körperliche und psychische Konstitution). Diese müssen bei der Auswahl der geeigneten Hilfsmittel berücksichtigt werden. Bei der Entscheidung für ein druckreduzierendes Hilfsmittel ist wesentlich, welche Pflege- und Therapieziele mit dem Patienten angestrebt werden (z.B. Schmerzreduktion, Bewegungsverbesserung, …)

Auch etwaige Nachteile des Hilfsmittels sollten mit abgewogen werden, z.B. Einschränkung der Eigenbewegung in Spezialbetten oder Geräuschbelästigung.

Optimale Druckverteilung als alleiniges Auswahlkriterium für ein Hilfsmittel reicht in komplexen Situationen nicht aus.“

Diese Arbeitsunterlage soll Ihnen in wenigen Schritten den Prozess derDiese Arbeitsunterlage soll Ihnen in wenigen Schritten den Prozess derEntscheidungsfindung zur richtigen Matratze erleichtern.

(Deutscher Nationaler Expertenstandard zur Dekubitusprophylaxe DNQP, 2010, S. 31)

Kriterien zur Auswahl der geeigneten Matratze:

  • prioritäre Pflege- und Therapieziele
  • Möglichkeiten der Eigenbewegung des Patienten
  • gefährdete Körperstellen
  • Gewicht des Patienten
  • Abwägung von Kosten und Nutzen

Das Deutsche Hilfsmittelverzeichnis (Produktgruppe 11) bietet uns drei Wirkprinzipien im Bereich der Matratzen an:

Um besser abwägen zu können, welche die beste Versorgung für Ihren Patienten/Bewohner ist, stellen wir Ihnen jedes Wirkprinzip im Folgenden vor:

Matratzen aus Weichlagerungsmaterialien (PG 11.29.05.XXXX)

Vorteile:

  • gleichmäßige Druckverteilung / Dekubitusprophylaxe
  • gewohntes Produkt für den Patienten/Bewohner
  • gutes Bettklima (außer bei viskoelastischen Schäumen)
  • weicher Liegekomfort

Nachteile:

  • mögliche Erhöhung des Muskeltonus
  • keine Unterstützung der Wirbelsäule Folgeschmerzen durch längere Liegedauer möglich
  • je nach Produktqualität häufigerer Austausch
  • reine Weichlagerungsauflagen reichen häufig nicht aus

Wechseldrucksysteme / Dynamische Matratzen zur intermittierenden Druckentlastung (PG 11.29.08.XXXX)

Unter diesem Wirkprinzip finden Sie luftgefüllte PU Matratzen, die mittels einer Pumpe den Druck in den einzelnen Kammern kontinuierlich verändern.

Vorteile:

  • meist schnelle Verfügbarkeit
  • über einen kurzen Behandlungszeitraum wirksam zur Dekubitusprophylaxe und -therapie

Nachteile:

  • Beeinträchtigung des Schlafes durch Geräusche und Alarmsignale der Aggregate
  • schlechter Liegekomfort und schlechtes Bettklima / Schlafstörungen
  • Einschränkung der Restmobilität / Verlust von Eigenbewegung
  • räumliche Desorientierung / Angst
  • Schmerzen
  • Erhöhung des Muskeltonus / Spastiken
  • erschwerte Lagerung und Bewegungsförderung
  • keine Benutzung von Krankenunterlagen zulässig
  • spezielle Laken notwendig
  • erschwerter Transfer
  • Störanfälligkeit der Systeme
  • bei Defekten oder falscher Einstellung kompletter Funktionsverlust dadurch Gefahr für den Bewohner (Dekubitus)
  • tägliche oder mehrmals tägliche zeitaufwändige Kontrolle der Einstellung in stationären Pflegeeinrichtungen (MDK)
  • hohe Kosten durch Reparaturen und Wartungen
  • Kontraindiziert bei vielen Krankheitsbildern, z.B. Demenz, Neurologische Erkrankungen, Spastiken, Osteoporose, …

Dynamische Systeme zur Stimulation von Mikrobewegungen

MiS Micro Stimulations-Systeme® sind die modernste Entwicklung unter den Wirkprinzipien. In die Produktentwicklung flossen bereits die Erkenntnisse des ersten nationalen Expertenstandards zur Dekubitusprophylaxe sowie der basalen Stimulation ein.

Die Systeme bestehen aus zwei Komponenten: Eine Unterfederung, die eine flexible Liegefläche aus Flügelfedern aufweist und einer dazu passenden Matratze aus Polyurethanschaumstoff mit einer Schnitttechnik, die auf die Unterfederung abgestimmt ist.

MiS Systeme verwandeln Mikrobewegungen, sogar Atembewegungen automatisch in mikrofeine Gegenbewegungen. Der Körper bekommt ständig neue Bewegungsimpulse.

Vorteile:

  • geeignet zur Dekubitusprophylaxe und -therapie
  • einheitliche Auflagefläche des Körpers zur gleichmäßigen Druckverteilung
  • Erhalt und Förderung der Eigenbewegung / Körperwahrnehmung
  • Senken des Muskeltonus
  • bessere Heilungsergebnisse
  • anatomisch korrekte Lagerung / Vermeidung von Liegeschmerzen dadurch Förderung des Wohlbefindens / bessere Tagesform
  • Förderung des gesunden Schlafs / Schmerzlinderung
  • gewohnte Materialien
  • einfaches Handling
  • keine Nebenwirkungen oder Kontraindikationen
  • keine Folgekosten durch Reparaturen und Wartung
  • lange Lebensdauer (erfahrungsgemäß ca. 10 Jahre)
  • kompatibel mit waschbaren Krankenunterlagen

Besonders geeignet bei:

  • Menschen mit neurologischen Erkrankungen
  • Schmerzpatienten / Palliativversorgung
  • Demenzerkrankten

Nun haben Sie zusammen mit Ihrer pflegefachlichen und ärztlichen EinschätzungNun haben Sie zusammen mit Ihrer pflegefachlichen und ärztlichen Einschätzungalle Informationen, die Sie brauchen, um die geeignete Versorgung fürden Patienten / Bewohner zu wählen.

Hier noch einige Tipps zum korrekten Rezeptieren von Anti-Dekubitus-Matratzen:

  • benennen Sie den Dekubitusgrad nach EPUAP
  • ergänzen Sie die weiteren Diagnosen
  • pflegefachliche Einschätzung des Dekubitisrisikos beifügen
  • rezeptieren Sie möglichst konkret das gewählte Wirkprinzip, ggf. Hilfsmittelgruppe beziffern

Je mehr Informationen der Krankenkasse vorliegen, um die Situation einschätzen zu können, desto schneller und reibungsloser funktioniert die Versorgung Ihres Patienten / Bewohners.

Besprechen Sie bereits im Vorfeld mit dem zuständigen Leistungserbringer (Sanitätshaus) und den Patienten / Angehörigen den Ablauf der Versorgung mit Antidekubitus-Systemen und -Matratzen.

Falls Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, wenden Sie sich gerne an uns: IGAP, 04761 88674, Fax: 04761 88669, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Mikrolagerung - Eine unterstützenden Maßnahme zur Prävention von Sekundärerkrankungen

Das Thema Lagerung hat trotz Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege (ESDP) nicht an Aktualität verloren. Die am häufigsten in der Praxis angewandte Lagerungsform ist die 30º Lagerung. Doch gibt es neben dieser noch eine Vielzahl von weiteren Lagerungsvarianten, wie beispielsweise Nestchen-, 135º-, Hohl- oder die V-Lagerung. Einen neuen Denk- und Tätigkeitsansatz bietet die Mikrolagerung, welche seit einiger Zeit als neue Begrifflichkeit Einzug in die Pflege hält. Dahingehend spricht sich auch der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) in seiner Grundsatzstellungnahme Dekubitus (Projektgruppe 32, Stand: 2001) positiv aus.

Wenn die Mikrolagerung thematisiert wird, so wird schnell klar, dass viele schon davon gehört, aber mit der Umsetzung im Pflegealltag Probleme haben. Wie bei der MiS Micro-Stimulation ®, ein pflegetherapeutischer Ansatz zur Dekubitusprophylaxe und -therapie, sollte neben der Druckentlastung auch die Bewegungsförderung im Fokus der täglichen Pflege stehen.

Was ist eine Mikrolagerung?

Der gesunde liegende Mensch führt in einer Stunde zwischen 8 und 40 Mikrobewegungen durch. An diesem physiologischen Bewegungsmuster orientiert sich die Mikrolagerung. Angestrebt werden physiologische Positionsveränderungen in den Gelenken sowie unterstützende Lageveränderungen durch Druckverteilung an Kopf, Schultern, Hüfte und des Fersenbereichs.

Welches Ziele hat die Mikrolagerung?

Es gilt mittlerweile als gesichert, dass kleinste Schwerpunktverlagerungen ausreichen, um eine prophylaktische Wirkung zu erzielen. Die Häufigkeit und Kontinuität in der Nachahmung des physiologischen Bewegungsmusters, dient unterstützend der Vermeidung von Sekundärerkrankungen wie z. B. Dekubitus, Pneumonie, Thrombose und Kontrakturen.

Eine Druckentlastung von bestimmten Körperarealen, wie bei der Makrolagerung, wird nicht erzielt. Die Mikrolagerung dient der zeitweiligen Entlastung (Druckverteilung), aber ersetzt nicht das regelmäßige Umlagern.

Bei wem kann die Mikrolagerung angewendet werden?

Die Mikrolagerung kann bei allen Patienten angewendet werden, die sich nicht ausreichend selbst bewegen können und aufgrund dessen seitens der Pflege Unterstützung in ihrer Bewegung und Mobilität bedürfen.

Diese Lagerungsvariante eignet sich besonders gut für Schmerzpatienten oder den nächtlichen Positionswechsel. Sie bietet die Möglichkeit, schnell und sanft Lageveränderungen durchzuführen, indem der Patient nur minimal bewegt wird.

Wie wird die Mikrolagerung durchgeführt?

Es können bei jedem Patientenkontakt kleinste Lage- und Positionsveränderungen durchgeführt werden. Diese Maßnahme kann beispielsweise im Uhrzeigersinn erfolgen. Dazu kann ein zusammengefaltetes Handtuch unter das Becken geschoben und nach kurzer Zeit unter der Schulter positioniert werden.

Ein Tipp aus der Praxis: Sollten Handtücher als Lagerungshilfsmittel zum Einsatz kommen, so hat es sich als praktisch erwiesen, eine Handtuch-Farbe für die Lagerung zu standardisieren. Jedem ist sofort ersichtlich, dass eine Mikrolagerung durchgeführt wird.

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Welche Hilfsmittel können eingesetzt werden?

Zur Durchführung einer Mikrolagerung eignen sich besonders gut Handtücher, Bettdecken (gefaltet / als Rolle) sowie Kissen. Der Hilfsmitteleinsatz sollte unter dem Aspekt „weniger ist mehr“ erfolgen, um negative Auswirkungen auf Bettklima und Bewegungsfreiheit des Patienten zu vermeiden. Da keine speziellen Lagerungshilfsmittel zum Einsatz kommen, kann die Mikrolagerung auch von pflegenden Angehörigen durchgeführt werden.

Wie kann die Mikrolagerung dokumentiert werden?

Die Dokumentation erfolgt auf einem Bewegungsplan.Dieser Bewegungsplan kann individuell der Versorgung oder Einrichtung angepasst werden. Derzeit gibt es noch kein standardisiertes Verfahren zur Dokumentation. Besondere Vorkommnisse werden in der Pflege-dokumentation fixiert.

 

Schlaf und Bewegung in der Pflege Demenzkranker - Teil 1 „Bewegung“

Bewegung ist ein unentbehrlicher Bestandteil unseres Lebens.Bewegung ist ein unentbehrlicher Bestandteil unseres Lebens.Dies sehen Sie jeden Tag, besonders im pflegerischen Alltag.

  • Wer sich wenig bewegt, leidet durch Verlust von Körperkraft unter Sturzgefahr.
  • Wer sich nicht bewegt, steht im Risiko, einen Dekubitus (Wundliegen) zu bekommen.
  • Wer sich nicht bewegt, kann keinen aktiven Umgang mit seiner Umwelt pflegen.
  • Wer sich nicht bewegt, benötigt Unterstützung in der Teilhabe am alltäglichen Leben.
  • Mangel an Bewegung wirkt sich negativ auf die Gedächtnisleistung aus.
  • Mangelnde Bewegung bewirkt einen schlechten Schlaf und damit eine schlechte Tagesform. Bei Pflegebedürftigen, wie bei Pflegenden.

Die Liste kann beliebig verlängert werden. Selbst die Entscheidung zur Trägheit und Bewegungsarmut setzt Bewegungsfähigkeitvoraus


Nur wer sich bewegen kann hat die Wahl

Dieses Problem zeigt sich häufig bei kranken, pflegebedürftigen Menschen, die als Folge ihrer Erkrankung und möglicherweise mangelnder Bewegungsförderung nicht im Stande sind, sich selbst zu bewegen. Sie sind in jeder Hinsicht auf Hilfe angewiesen. Diese reicht dann von der einfachen Unterstützung, vom Bett in einen Sessel zu gelangen, bis hin zur Nahrungsaufnahme.

Was passiert bei der Bewegung?

Wer sich bewegt, kann sich spüren  Wer sich spürt, kann sich besser bewegen

Bewegung, Fühlen und Wahrnehmung sind stark miteinander verbunden. Durch Berührung und Bewegung machen wir uns unseren Körper bewusst. Die Berührung der Haut, die Bewegung der Muskeln und Gelenke und das Wechseln der Körperpositionen zeigt uns die Grenzen und die Tiefe unseres Körpers und wo sich unsere Arme und Beine befinden. Unser Geist wird angeregt und wir sind aufnahmefähig und aktiv. Dadurch sind wir in der Lage, aktiv mit unserer Umwelt umzugehen und sie mit allen Sinnen wahrzunehmen.

Das Fühlen des eigenen Körpers gibt Sicherheit.


Was passiert im Liegen?

Liegen bedeutet Ruhen und dient damit in der Regel der Erholung. Im Liegen gibt es nur wenige Informationen durch Berührung und Bewegung. Dadurch gibt es nur wenige Anregungen und die Aufmerksamkeit wird herabgesetzt. Die Folge ist Schläfrigkeit und Schlaf sowie ein vermindertes Spüren des Körpers.

Liegt der Mensch durch die reduzierte Bewegungsfähigkeit, so sind die Auswirkungen für ihn die Selben:

Seine Aufmerksamkeit wird herabgesetzt, er ist schläfrig und bewegt sich noch weniger. Die Folge ist eine weitergehende Abnahme der Bewegungsfähigkeit. Dieser Kreislauf kann nur durch Aufrichtung, Anregung von Außen und bewegungsfördernde sowie wahrnehmungsfördernde Maßnahmen durchbrochen werden.

Bereits nach ca. zehn Minuten bewegungslosem Liegen geht das Gefühl für den eigenen Körper verloren.

Auf einen Dementierenden wirken das fehlende Gefühl für den eigenen Körper und der daraus folgende Verlust der Orientierung besonders irritierend und machen ihm Angst. Dies ist ein Grund dafür, dass Demenzkranke, wie es Angehörige häufig beschreiben, im Bett wühlen und sich herumwälzen. Sie suchen nach Orientierung durch Bewegungs- und Berührungsinformationen zum Spüren ihres Körpers, bis sie schließlich einschlafen können. Sehr weiche Matratzen können diese Wahrnehmung erschweren oder sogar verhindern. Finden die Betroffenen nicht was sie suchen, so kann es zu nächtlichem Herumlaufen – sofern der Betroffene dies noch kann – oder Schlaflosigkeit kommen.

Hier kommt das veränderte Schlafverhalten des dementierenden Menschen mit den längeren Einschlaf- und Aufwachphasen deutlich zum Tragen. Je länger die Einschlafphase ist, desto eher verliert der Betroffene in diesem Zeitraum das Gefühl für seinen Körper und es setzt der oben beschriebene Effekt ein. 

Das Suchen nach Wahrnehmung, Informationen und Bewegung, besonders um den eigenen Körper zu spüren oder Gegenstände zu ertasten, ist ein Grund für die häufig beschriebene Unruhe von Demenzerkrankten.


Wie wichtig ist der Erhalt der Bewegungsfähigkeit?

Der Erhalt der Bewegungsfähigkeit bedeutet den Erhalt der Selbstbestimmung.

  • Durch Bewegung bleibt man körperlich fit. Die Muskelkraft und die Körper-Koordination bleiben erhalten. Dies gibt Sicherheit und verhindert Sturzgefahr.
  • Dadurch können Fähigkeiten des täglichen Lebens länger erhalten bleiben. Vermeintliche Selbstverständlichkeiten wie z.B. Gehen, selbständig Essen und Trinken.
  • Wer sich bewegt, kann seine Körperposition selbst kontrollieren, Aufmerksamkeit und Anregungen selbst gestalten. Die Aufmerksamkeit wird verbessert.
  • Wer sich bewegt, kann mit seiner Umwelt aktiv umgehen. Er kann mit seinen Mitmenschen sprechen oder Gegenstände ertasten und für sich begreifbar machen.
  • Regelmäßige Bewegung verbessert die Gedächtnisleistung und das Orientierungsvermögen.
  • Wer sich bewegt, kann seine Körperposition selbständig verändern und so für eine regelmäßige Druckentlastung zur Vermeidung eines Dekubitus sorgen.
  • Bewegung erhält das Körpergefühl und gibt Sicherheit.

Was ist zu tun?

Voraussetzung für den Erwerb und den Erhalt der Bewegungsfähigkeit ist ein konsequentes Durchführen von Bewegungsabläufen. Zum einen, um sie zu erlernen und zum anderen wieder zu erlernen und sie zu erhalten.

Durch dieses Vorgehen wird, wie oben beschrieben, das Körpergefühl und so die Motivation zur selbständigen Bewegung erhalten.

Das bedeutet für die Pflegenden:

Sie müssen etwas einsetzen, wozu sie im Allgemeinen erst aufgefordert werden müssen: Selbstpflege.

Dazu gehört regelmäßige Bewegung, die z.B. in Verbindung mit Thai Chi, Feldenkrais, Chi Gong oder Yoga auch für die notwendige Entspannung und ein gutes Gefühl für den eigenen Körper sorgt. Auch das Arbeiten nach Konzepten wie Kinästhetik, Bobath oder Aktivitas, kann unter dem Aspekt der Selbstpflege betrachtet werden.

Das bedeutet für den älteren Menschen:

Um dem Abnehmen der körperlichen Beweglichkeit entgegen zu wirken, müssen aktivierende Angebote gemacht werden. Tanzen oder gemeinsame Spaziergänge machen Spaß und fördern die sozialen Kontakte, was im Weiteren wieder die Aktivität fördert.

Das bedeutet für den Pflegebedürftigen:

Er benötigt aktivierende Angebote im Rahmen seiner Möglichkeiten, wie z.B. Bewegung an der frischen Luft, Ergotherapie in der Gruppe oder alleine, um im Erhalt seiner Bewegungsfähigkeit unterstützt zu werden. Pflegebedürftige, die diese Angebote bedingt durch ihre Grunderkrankung nicht in Anspruch nehmen können, benötigen aktivierende pflegetherapeutische Maßnahmen.

Ziel ist es, durch Berührungen und regelmäßig durchgeführte, langsame Bewegungen den Betroffenen das Gefühl für ihren Bewegungsspielraum und für ihren Körper zu erhalten. Dadurch soll die noch vorhandene Bewegungsfähigkeit erhalten und verbessert werden.

Diesem Zweck dienen Konzepte wie die Basale Stimulation, Kinästhetik, Bobath, Aktivitas und MiS Micro-Stimulation®, die helfen, durch Berührung und Bewegung das Körpergefühl zu erhalten und somit zu fördern. MiS Micro-Stimulation® bedeutet durch kleine Bewegungen und Berührungen die Wiederherstellung des Körpergefühls zu unterstützen.

Ziel dieser Wahrnehmungsförderung ist der Anreiz von Bewegung. Dies ermöglicht den Erhalt der Bewegungsfähigkeit und unterstützt so die selbständigen Positionswechsel des Patienten.

 

Schlaf und Bewegung in der Pflege Demenzkranker - Teil 2 „Schlaf“

Sieben von zehn Demenzkranken leiden unter Schlafstörungen. Durch den daraus resultierenden nächtlichen Schlafentzug ist dies für die betreuende Person im häuslichen Bereich ein ganz besonderes Problem. Klare Tagesstrukturen und Ablenkung sind durch allgemeine Erschöpfung nicht mehr zu gewährleisten.

Dem Dementen steht es somit frei Schläfchen zu machen, wann es ihm beliebt. Daraus ergibt sich eine weitere Verschiebung und Zerstückelung des Schlafes. Die Situation wird für die Betreuungsperson zunehmend schlimmer.

Die daraus erwachsenden Tages- und Nachtabläufe sind im häuslichen Bereich häufig nicht zu bewältigen und haben dann eine Aufnahme in einer Pflegeeinrichtung zur Folge. Spätestens jedoch, wenn pflegende Angehörige durch den Schlafentzug an ihre körperlichen und gesundheit-lichen Grenzen gestoßen sind.

Unter dem Schlafmangel leiden die pflegenden Angehörigen ebenso wie die Erkrankten.

Ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nimmt ab und das Immunsystem wird gestört. Zu der Tagesmüdigkeit stellt sich Gereiztheit ein. Es kommt zu Störungen des gesamten, im Schlaf erfolgenden Erholungs- und Regenerationsprozesses. Alle Beteiligten leiden.

Was passiert im Schlaf?

Gut ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf und sind dabei sehr aktiv.

Es besteht ein ständiger Wechsel zwischen leichtem Schlaf, Tiefschlaf und Traumschlaf. Im Traumschlaf arbeitet unser Gehirn auf Hochtouren. Im Stadium des leichten Schlafes bewegen wir uns, drehen uns und verändern unsere Position im Bett.

Dies hat durchaus einen tieferen Sinn.

  1. Der Körper reguliert dadurch seinen Wärmehaushalt:
    Ist es zu warm schauen Arme und Beine unter der Decke hervor.
    Ist es zu kalt kommen Arme und Beine zurück unter die Decke.
  2. Die wechselnden Körperpositionen führen zu regelmäßigen Druckentlastungen der einzelnen Körperpartien und sind somit eine hervorragende Vorbeugung für Dekubitus.
  3. Durch das wechselweise Anspannen und Entspannen der Muskulatur wird diese regelmäßig gedehnt und entspannt. Dadurch wird schmerzhaften Muskelverspannungen vorgebeugt.
  4. Die aus den Bewegungen der Muskeln, Bänder und Gelenke und der Berührungen der Körperoberfläche durch die regelmäßigen Lageveränderungen kommenden Rückmeldungen an das Gehirn sorgen für ein sicheres Spüren des Körpers.

Der Schlaf wird auf diese Weise erholsam und wir können den Tag ausgeruht beginnen.

Der gesunde Schlaf dauert durchschnittlich sieben Stunden. Dies ist keine feste Zeitvorgabe, vielmehr ist es so, dass die Dauer individuell variiert. Wer sich ausgeschlafen und leistungsfähig fühlt, hat im Allgemeinen auch ausreichend geschlafen.

Eine innere Uhr gibt unseren biologischen Rhythmus vor, durch den wir am Tag aktiv und leistungsfähig sind und nachts unser Leistungstief erreichen und schlafen. Diese innere Uhr setzt Signale für Tag und Nacht. Auch nach einem erzwungenen Verschieben der Einschlafzeit kommt es durch die innere Uhr oft zu einem Erwachen in den Morgenstunden. Der Erholungswert des Tagschlafes kommt dem des Nachschlafes nicht gleich.


Wie wirkt sich ein erholsamer Schlaf aus?

Der Schlaf dient der Erholung und Regeneration des Körpers und des Geistes. In den unterschiedlichen Schlafphasen finden unterschiedliche Prozesse statt.

Verbrauchte Energie wird ersetzt, der Stoffwechsel angeregt, Schlackenstoffe abgebaut. Kinder wachsen in der Nacht, bei Erwachsenen werden Körperzellen vermehrt, abgestorbene ersetzt und Muskeln werden aufgebaut. Das Immunsystem arbeitet im Schlaf und schützt den Körper vor Infektionen. Im Schlaf wird Erlerntes abgespeichert.

Verändert sich der Schlaf im Alter?

Im Alter verändert sich der Schlaf-Wach-Rhythmus. Er verschiebt sich nach vorne. Die Folge ist, der ältere Mensch wird früher wach und ist abends zeitiger müde. Die nächtliche Schlafdauer des älteren Menschen wird kürzer, da sie im Vergleich zu der von jüngeren, durch häufigeres und längeres nächtliches Wachsein unterbrochen wird. Durch das Einlegen eines Mittagsschlafes kommt der ältere Mensch trotzdem oft auf eine ebenso lange Gesamtschlafdauer wie ein jüngerer.

Wie verändert sich das Schlafverhalten bei Demenz?

Der ältere Mensch mit einer Demenz benötigt, Studien zufolge, im Vergleich zu nicht dementiell erkrankten älteren Menschen länger, um einzuschlafen.

Er wacht nachts häufiger auf und bleibt dann länger wach. In diesen Wachphasen ist er häufig sehr aktiv. Angehörige beschreiben dies manchmal als unruhiges „Hinundherwerfen“ oder „Wühlen“ im Bett.

Das Suchen nach Berührungs- und Bewegungsrückmeldungen zum Spüren ihres Körpers ist ein Grund dafür. Es gibt Orientierung und Sicherheit, nimmt Angst und hilft so beim Wiedereinschlafen. Finden sie nicht die Wahrnehmung die sie suchen, so kann es zu nächtlichem Herumlaufen – sofern der Betroffene dies noch kann – oder Schlaflosigkeit kommen. Oft wird eine Umkehr des Tag- Nacht-Rhythmus beschrieben.

Als Folge des nächtlichen Schlafmangels, wird während des Tages das eine oder andere Schläfchen eingelegt, woraus wiederum fehlende Müdigkeit am Abend resultiert. Der Schlaf wird zerstückelt.

Was tun, wenn das nächtliche Durchschlafen gestört ist?

Eine Strukturierung des Tagesablaufes und seiner Aktivitäten ist hilfreich. Angepasste Beschäftigungen vermeiden das Aufkommen von Langeweile und Passivität.

Mittagsschlaf ist für die meisten älteren Menschen normal und dient der Entspannung. Darüber hinausgehend sollte der Tagesschlaf möglichst vermieden werden, weil er das Schlafbedürfnis in der Nacht mindert. Aufregende Aktivitäten sollten auf den Vormittag oder den frühen Nachmittag gelegt werden, damit der Tag zum Abend hin ruhig ausklingen kann.

Optimale Schlafbedingungen können helfen!

Wie oben beschrieben, benötigt der dementiell Erkrankte im Vergleich zum gesunden älteren Menschen mehr Zeit, um in den Schlaf zu kommen. Nach ca. zehn Minuten Liegen geht das Gefühl für den eigenen Körper verloren. Diese fehlende Orientierung und Sicherheit wirkt beunruhigend auf den Betroffenen und kann zu Angst führen. Der Liegende benötigt die Wahrnehmung aus Bewegung und Berührungen, um seinen Körper zu spüren.

Das Wahrnehmen des eigenen Körpers gibt Sicherheit. Beim dementiell Erkrankten ist diese Wahrnehmung vielfach gestört. Ebenso wie er als gesunder Mensch die nächtlichen Bewegungen für den Erhalt des Körpergefühls nutzte, versucht er jetzt durch sein intensives Bewegen Informationen, Rückmeldungen zu erhalten, die ihm ein Gefühl für den eigenen Körper geben.

Auf zu weichen Matratzen kann das Körpergefühl verloren gehen. Auch fällt es dem geschwächten Menschen häufig schwer, sich problemlos auf ihnen zu drehen. Er „verliert“ sich förmlich in ihnen, versucht vergeblich durch seine intensiven Bewegungen die notwendigen Informationen über seinen Körper zu erhalten und kommt nur schwer oder gar nicht wieder in den Schlaf.

Hier können Bewegungs- und Wahrnehmungskonzepte wie basale Stimulation, Kinästhetik, Aktivitas, das Bobath Konzept und MiS Micro-Stimulation® helfen.

MiS Micro-Stimulation® bedeutet, durch kleine Bewegungen und Berührungen die Wiederherstellung des Körpergefühls zu unterstützen.

Ziel dieser Wahrnehmungsförderung ist der Anreiz von Bewegung. Dies ermöglicht den Erhalt der Bewegungsfähigkeit und unterstützt so die selbstständigen Positionswechsel des Patienten.