Die Bedeutung von Bewegung in der Pflege bettlägeriger Menschen kann nicht genug betont werden, insbesondere wenn es um die Prävention von Dekubitus (Druckgeschwüren) und die Erhaltung der Mobilität geht. Oftmals wird angenommen, dass Die Temperaturen steigen, die Sonne zeigt sich von ihrer besten Seite – doch für viele pflegebedürftige Menschen bedeutet der Sommer auch ein erhöhtes Risiko für Hautschäden. Besonders Menschen, die viel liegen oder sitzen und ihre Position nicht selbstständig verändern können, sind gefährdet.
Denn Hitze, Schweiß und Feuchtigkeit belasten die Haut zusätzlich. Was zunächst wie eine harmlose Rötung aussieht, kann sich unter ungünstigen Umständen zu einem Dekubitus entwickeln.
Warum der Sommer das Risiko erhöhen kann
Ein Dekubitus entsteht durch anhaltenden Druck auf Haut und Gewebe. Besonders gefährdet sind Körperstellen wie Steißbein, Fersen, Hüften oder Schulterblätter. Wird das Gewebe über längere Zeit nicht ausreichend durchblutet, können Haut und tieferliegende Gewebeschichten geschädigt werden.
Im Sommer kommen weitere Belastungen hinzu: Starkes Schwitzen und Feuchtigkeit weichen die Haut auf und machen sie empfindlicher gegenüber Druck und Reibung. Gleichzeitig trinken viele ältere Menschen zu wenig, wodurch die Haut zusätzlich anfälliger werden kann. Auch eine unausgewogene Ernährung oder Mangelernährung kann das Risiko für Hautschäden erhöhen.
Dekubitus-Prophylaxe: Worauf Angehörige jetzt achten sollten
Die gute Nachricht: Viele Druckgeschwüre lassen sich durch einfache Maßnahmen vermeiden.
- Bewegung fördern: Jede Positionsveränderung entlastet das Gewebe.
Schon kleine Lagewechsel können helfen. - Haut kontrollieren: Gefährdete Körperstellen regelmäßig auf Rötungen oder Veränderungen prüfen.
- Feuchtigkeit reduzieren: Verschwitzte Kleidung oder Bettwäsche möglichst zeitnah wechseln.
- Ausreichend trinken: Gerade an heißen Tagen steigt der Flüssigkeitsbedarf. Eine gute Flüssigkeitsversorgung unterstützt Haut und Durchblutung.
- Auf eine ausgewogene Ernährung achten: Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe tragen dazu bei,
die Haut gesund zu erhalten und den Körper zu unterstützen. - Druck gezielt reduzieren: Lagerungshilfen, Sitzkissen oder geeignete Schlafsysteme können helfen, Druckspitzen zu verringern und empfindliche Hautbereiche zu entlasten.
Mehr als Hautschutz
Dekubitus-Prophylaxe bedeutet mehr als die Vermeidung von Druckstellen. Es geht darum, Schmerzen vorzubeugen, die Lebensqualität zu erhalten und den Pflegealltag für alle Beteiligten angenehmer zu gestalten.
Gerade in der häuslichen Pflege machen Aufmerksamkeit, kleine Bewegungsimpulse und ein wachsamer Blick oft den entscheidenden Unterschied. Fragen wie
„Ist dir zu warm?“, „Drückt etwas?“ oder „Sollen wir die Position verändern?“ helfen dabei, Beschwerden frühzeitig zu erkennen.
Fazit
Sommerhitze belastet den Körper – und die Haut gleich mit. Wer Risikofaktoren kennt und frühzeitig handelt, kann viel dazu beitragen, Druckgeschwüren vorzubeugen. Regelmäßige Bewegung, Hautkontrollen, ausreichend Flüssigkeit, eine ausgewogene Ernährung und eine gezielte Druckentlastung bleiben dabei die wichtigsten Bausteine.
Denn gerade im Sommer gilt: Oft sind es die kleinen Maßnahmen im Alltag, die langfristig den größten Unterschied machen.
Lesen Sie hierzu auch die IGAP Pflegeinfo 5 - Bewegungsförderung
TIPP: Checkliste Pflegezimmer