IGAP - Institut für Innovationen im Gesundheitswesen und angewandte Pflegeforschung

Dekubitus Pflege-Ratgeber

 

Dekubitusprophylaxe - Versorgungskontrolle

8. Anleitung und Schulung

Um eine wirkungsvolle Prophylaxe durchführen zu können, müssen alle an der Versorgung des Patienten beteiligten Personen, einschließlich des Patienten selbst, gut zusammen arbeiten. Diese Zusammenarbeit kann nur dann erfolgen, wenn die Patienten als auch deren Angehörige gut informiert und geschult sind. Es ist die Aufgabe von Pflegekräften und Ärzten, ihre Patienten mit ausreichendem Wissen zu versorgen. Dieses kann durch Gespräche, als auch über die Versorgung mit Informationsmaterial erfolgen. Heute bieten auch teilweise Krankenkassen Seminare für Patienten und deren Angehörige an. In jedem Fall ist es von großer Bedeutung, die Bedürfnisse des Patienten mit den prophylaktischen Maßnahmen in Einklang zu bringen, um dessen Akzeptanz zu erhöhen.

9. Kontinuität der Versorgung

In aller Regel sind an der prophylaktischen Versorgung von dekubitusgefährdeten Patienten verschiedene Berufsgruppen beteiligt. Hier ist es wichtig dafür Sorge zu tragen, dass alle Personen die Umsetzung der vorbeugenden Maßnahmen kontinuierlich garantieren. Diskontinuität führt mit großer Wahrscheinlichkeit zum Misserfolg der Dekubitusprophylaxe und damit zur Entstehung eines Druckgeschwürs.

10. Überprüfung der Effektivität der Dekubitusprophylaxe

Die Maßnahmen zur Verhinderung eines Druckgeschwürs müssen regelmäßig überprüft werden. Dazu ist eine engmaschige Hautbeobachtung unumgänglich. Treten trotz der Umsetzung kontinuierlich durchgeführter prophylaktischer Maßnahmen Hautrötungen auf, muss nach den Ursachen geforscht werden. Sind die Ursachen gefunden, muss der Pflegeplan angepasst werden.

In aller Regel kann das Auftreten eines Druckgeschwürs verhindert werden. Es gibt jedoch Ausnahmesituationen, die die Umsetzung der prophylaktischen Maßnahmen erschweren bzw. verhindern. So können beispielsweise lebensbedrohliche Umstände eine Prioritätenverschiebung erforderlich machen. Auch in der Sterbephase eines Patienten müssen eventuell andere, die Lebensqualität erhöhende Maßnahmen (Schmerzfreiheit, Luftzufuhr, Flüssigkeitszufuhr), den dekubitusprophylaktischen Maßnahmen vorgezogen werden.

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aktualisiert: Juli 2017