IGAP - Institut für Innovationen im Gesundheitswesen und angewandte Pflegeforschung

Dekubitus Pflege-Ratgeber

 
Nachfolgend die Risiko-Einschätzung nach Braden. Für eine umfassende Beurteilung empfehlen wir den Erhebungsbogen des Dekubitus Forum: www.dekubitus-forum.de


Dekubitusprophylaxe - Risikoeinschätzung nach Braden*

Dekubitusrisiko bei 18 Punkten und weniger

zu vergebende Punkte

1

2

3

4

Sensorische Wahrnehmnung
Fähigkeit, lagebedingte wie künstliche Reize wahrzunehmen und adäquat zu reagieren
Vollständig ausgefallen
• Keine Reaktion auf Schmerzreize (auch kein Stöhnen, Zucken, Greifen) auf Grund verminderter (nervaler) Wahrnehmungsfähigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit oder Sedierung, oder
• Missempfinden / Schmerzen werden über den größten Körperanteil nicht wahrgenommen
Stark eingeschränkt
• Reaktion nur auf starke Schmerzreize, Missempfindungen können nur über Stöhnen oder Unruhe mitgeteilt werden oder
• sensorisches Empfinden stark herabgesetzt. Missempfindungen / Schmerzen werden über die Hälfte des Körpers nicht wahrgenommen.
Geringfügig eingeschränkt
• Reaktion auf Ansprechen; Missempfindungen bzw. das Bedürfnis nach Lagerungswechsel können nicht immer vermittelt werden oder
• sensorisches Empfinden teilweise herabgesetzt. Missempfindungen / Schmerzen werden in ein oder zwei Extremitäten nicht wahrgenommen.
Nicht eingeschränkt
• Reaktion auf Ansprechen, Missempfindungen / Schmerzen werden wahrgenommen und können benannt werden.
Feuchtigkeit
Ausmaß, in dem die Haut Feuchtigkeit ausgesetzt ist
Ständig feucht
• Die Haut ist ständig feucht durch Schweiß, Urin usw.
• Nässe wird bei jedem Bewegen festgestellt.
Oft feucht
• Die Haut ist oft, aber nicht ständig feucht. Die Wäsche muss mindestens einmal pro Schicht gewechselt werden.
Manchmal feucht
• Die Haut ist hin und wieder feucht, die Wäsche muss zusätzlich einmal täglich gewechselt werden.
Selten feucht
• Die Haut ist normalerweise trocken. Wäschewechsel nur routinemäßig.
Aktivität
Grad der körperlichen Aktivität
Bettlägerig
• Das Bett kann nicht verlassen werden.
An den Stuhl / Rollstuhl gebunden
• Gehfähigkeit ist stark eingeschränkt oder nicht vorhanden.
• Kann sich selbst nicht aufrecht halten und / oder
• braucht Unterstützung beim Hinsetzen.
Gehen
• Geht mehrmals am Tag, aber nur kurze Strecken, teils mit, teils ohne Hilfe.
• Verbringt die meiste Zeit im Bett / Lehnstuhl / Rollstuhl.
Regelmäßiges Gehen
• Verlässt das Zimmer mindestens zweimal am Tag.
• Geht tagsüber im Zimmer etwa alle zwei Stunden auf und ab.
Mobilität
Fähigkeit, die Körperposition zu halten und zu verändern
Vollständige Immobilität
• Selbst die geringste Lageänderung des Körpers oder von Extremitäten wird nicht ohne Hilfe durchgeführt.
Stark eingeschränkt
• Eine Lageänderung des Körpers oder von Extremitäten wird hin und wieder selbständig durchgeführt, aber nicht regelmäßig.
Geringfügig eingeschränkt
• Geringfügige Lageänderungen des Körpers oder der Extremitäten werden regelmäßig und selbständig durchgeführt.
Nicht eingeschränkt
• Lageänderungen werden regelmäßig und ohne Hilfe durchgeführt.
Allgemeines Ernährungs- verhalten
Schlechte Ernährung
• Isst die Portionen nie auf.
• Isst selten mehr als 1/3 jeder Mahlzeit.
• Isst zwei eiweißhaltige Portionen (Fleisch oder Milchprodukte) oder weniger täglich.
• Trinkt zu wenig.
• Trinkt keine Nahrungsergänzungskost oder
• wird per Sonde oder seit mehr als fünf Tagen intravenös ernährt.
Wahrscheinlich unzureichende Ernährung
• Isst selten eine ganze Mahlzeit auf, in der Regel nur die Hälfte.
• Die Eiweißzufuhr erfolgt über nur drei Portionen (Milchprodukte, Fleisch) täglich.
• Hin und wieder wird Ergänzungskost zu sich genommen oder
• erhält weniger als die erforderliche Menge Flüssigkost bzw. Sondenernährung.
Ausreichende Ernährung
• Isst mehr als die Hälfte der meisten Mahlzeiten, mit insgesamt vier eiweißhaltigen Portionen (Milchprodukte / Fleisch) täglich.
• Lehnt hin und wieder eine Mahlzeit ab, nimmt aber Ergänzungsnahrung, wenn angeboten an oder
• wird über eine Sonde ernährt und erhält so die meisten erforderlichen Nährstoffe.
Gute Ernährung
• Isst alle Mahlzeiten, weist keine zurück.
• Nimmt normalerweise vier eiweißhaltige Portionen (Milchprodukte, Fleisch) zu sich, manchmal auch eine Zwischenmahlzeit.
• Braucht keine Nahrungs-ergänzungskost.
Reibungs- und Scherkräfte
Problem
• Mäßige bis erhebliche Unterstützung bei jedem Positionswechsel erforderlich. • (An-)Heben (z.B. auch Richtung Kopfende) ist nicht möglich, ohne über die Unterlage zu schleifen.
• Rutscht im Bett oder Stuhl regelmäßig nach unten und muss wieder in die Ausgangsposition gebracht werden.
• Spastik, Kontrakturen und Unruhe verursachen fast ständige Reibung
Potenzielles Problem
• Bewegt sich ein wenig und braucht selten Hilfe.
• Die Haut scheuert während der Bewegung weniger intensiv auf der Unterlage (kann sich selbst ein wenig anheben).
• Verbleibt relativ lange in der optimalen Position im Bett (Sessel / Rollstuhl / Lehnstuhl).
• Rutscht nur selten nach unten.
Kein feststellbares Problem
• Bewegt sich unabhängig und ohne Hilfe im Bett und Stuhl.
• Muskelkraft reicht aus, um sich ohne Reibung anzuheben.
• Behält optimale Position in Bett oder Stuhl aus eigener Kraft bei.
-

* Übersetzung: Heidi Heinhold
autorisiert : Barbara Braden, Juli 2001
Barbara Braden, Ph. D., R.N., Prof., Chreighton University School of Nursing, Omaha, Nebraska

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aktualisiert: Mai 2014