Dekubitusprophylaxe - Bewegungsförderung
2. Gewebeschonende Bewegungs-, Lagerungs- und Transfertechnik
Die Fähigkeit, sich in der eigenen Umgebung frei bewegen zu können,
also die Mobilität, ist für das Wohlbefinden und
die Gesundheit eines Menschen von größter Wichtigkeit.
Ist die Mobilität reduziert bzw. nicht mehr vorhanden, hat dies
zahlreiche negative Folgen auf die Psyche des Betroffenen, aber
vor allem auf die Gesunderhaltung seines Körpers.
Wie bereits vorher beschrieben, kann die Mobilität eines Menschen
so stark eingeschränkt sein, dass er eine Druckentlastung nicht
mehr selbständig durchführen kann. Er ist nicht mehr in der Lage,
seine Körperposition zu verändern.
Genau dieser Zustand birgt ein sehr großes Dekubitusrisiko. Somit
stellt der Erhalt der Mobilität eine der wichtigsten
prophylaktischen Maßnahmen dar.
Ist die Beweglichkeit eines Patienten durch Behinderung, Erkrankung
oder einfach aufgrund des Alters eingeschränkt, müssen Pflegende
und Therapeuten Maßnahmen ergreifen, um weitere Bewegungseinschränkungen
zu vermeiden und die Restmobilität zu fördern.
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Die Durchführung entsprechender Maßnahmen nennt man Mobilisierung.
Zu diesen Maßnahmen gehören:
- die richtige Lagerungstechnik,
- die Durchführung von Bewegungsübungen,
- Veränderungen der unmittelbaren Umgebung eines Patienten
und
- die geistige Anregung eines Patienten, sowie
- Bewegungs- und Transfertechnik.
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Die richtige Lagerungstechnik
Die für den Patienten richtigen Lagerungen
werden im nächsten Abschnitt gesondert beschrieben. Des weiteren
werden ihnen die Abbildungen zeigen, was man sich unter den entsprechenden
Lagerungen vorstellen muss.
Ziel einer gewebeschonenden Lagerung ist es, den Patienten in
eine Position zu bringen, in der die gefährdeten Körperstellen
relativ druckunbelastet bleiben. Dieses kann beispielsweise durch
unterschiedlichste Bewegungs-, Lagerungs- und Transfertechniken
nach Bobath oder Kinästhik erfolgen. Aber schon durch die Handhabung
des Lagerns werden dem Körper des Patienten die so wichtigen aktiven
bzw. passiven Bewegungen ermöglicht.
Bewegungsförderung
Die Wichtigkeit von Bewegungsübungen bei der Verlangsamung
des Alterungsprozesses und der Vermeidung von Komplikationen
durch Bewegungsmangel kann nicht oft genug hervorgehoben werden.
Dementsprechend sollten Bewegungsübungen konsequent durchgeführt
werden. Art und Ausdauer dieser Übungen richten sich nach der
körperlichen Konstitution des Patienten. Es sollte auch über die
Versorgung mit Mobilitätshilfen nachgedacht werden. Häufig
reicht schon ein Stock oder eine Gehhilfe aus. Solche Mobilitätshilfen
sollten vom Patienten ausprobiert werden. Heute gibt es ein großes
Angebot, so dass die Bedürfnisse jedes Patienten gedeckt werden
können.
Die geistige Anregung des Patienten
Nach diesen eben behandelten Punkten sollte ein weiteres Augenmerk
auf die geistige Anregung eines Patienten gerichtet werden, denn
körperliche Mobilität fängt im Kopf an. Gespräche, Fernsehen,
Zeitung lesen, Ausüben von Hobbies etc. dienen dem geistigen Fitbleiben.
Häufig können Patienten aufgrund einer Sehschwäche nicht mehr
lesen oder fernsehen. In einem solchen Fall sollte dem Patienten
vorgelesen werden. Aber auch das Hören von Hörspielen bietet dem
Patienten Anregung.
Klassische Mobilisation
Unter Mobilisierung versteht man Maßnahmen zur körperlichen und
geistigen Aktivierung von Patienten, vor allem bei Bettlägerigkeit
oder nach Operationen. Zu diesen Maßnahmen gehören z. B. das Aufsetzen
am Bettrand, das Gehen mit Unterstützung eines Helfers oder aber
auch passive und aktive Bewegungsübungen.
MiS Micro-Stimulation
Leider erreichen die Maßnahmen der klassischen Mobilisation
häufig nicht das gewünschte Ziel. Oft liegt es daran, dass die
Pflegebedürftigen nicht in der Lage sind sich zu bewegen oder
es schlichtweg ablehnen. Der Grund für diese Haltung kann darin
bestehen, dass der Patient unter massiven Körperbildstörungen
leidet. Diese Störungen resultieren oftmals aus einer gewissen
Reizarmut. Aus verschiedenen Bewegungskonzepten ist seit vielen
Jahren bekannt, dass sich ein Mensch nur dann bewegen kann, wenn
er zuvor Reize wahrnehmen konnte und diese infolgedessen mit einer
Bewegung beantworten kann.
Das Bewegungs- und Wahrnehmungskonzept der MiS
Micro-Stimulation nimmt diese Grundgedanken auf und verbindet
sie mit den Anforderungen zur Dekubitusprophylaxe. MiS Micro-Stimulation
bedeutet durch Berührung und kleine Bewegungen die Wiederherstellung
des Körperbildes des Patienten zu unterstützen und dadurch die
Eigenbewegung zu fördern. Dadurch wird die physilogische Durchblutung
im Gewebe gewährleistet, so dass das Auftreten von Druckgeschwüren
verhindert wird.
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