Dekubitusprophylaxe - Bettklima
7. Bettklima
Im Rahmen der prophylaktischen Maßnahmen sollte auch an das Bettklima
gedacht werden. Häufig ist zu beobachten, dass Patienten in einem
nassgeschwitzten Bett liegen. Eine extreme Feuchtigkeit im Bett
ist nicht nur sehr unangenehm, sondern fördert auch Erkältungen
und Verspannungen. Letztendlich sorgt sie aber für das Aufquellen
der obersten Hautschicht
und damit für die Möglichkeit der Dekubitusentstehung.
Bettklima
Die Abgabe von ca. 700 ml Körperflüssigkeit ist während
einer Nacht völlig normal. Ein Drittel davon wird abgeatmet;
zwei Drittel verteilen sich auf die Bettwäsche und die Matratze.
Von atmungsaktiver Bett- und Nachtwäsche, sowie einer gut
belüfteten Matratze wird diese Flüssigkeitsmenge problemlos
absorbiert.
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Leider werden aufgrund bestehender Inkontinenz häufig eine ganze
Menge an unnötigen Inkontinenzartikeln, wie beispielsweise
Gummilaken und dergleichen, in die Betten der Patienten gepackt.
Dadurch staut sich Wärme und Feuchtigkeit. Bei der Nutzung von
Inkontinenzprodukten gilt: So wenig wie möglich, so viel wie
nötig! Lieber sollten die Inkontinenzvorlagen öfter gewechselt
werden, als das Bett in einen hautschädigenden "Brutkasten" zu
verwandeln. Bei der Versorgung des Patienten mit Inkontinenzartikeln
sollten die Produkte gemäß seiner Bedürfnisse gewählt werden.
Wenig lohnenswert ist der Einsatz von billigen, qualitativ schlechten
Produkten, da sie häufiger gewechselt werden müssen und die Haut
nicht trocken genug halten. Heute wird von einigen Herstellern
eine gute, breite Palette angeboten. Für Ratsuchende fungieren
oft professionelle Pflegekräfte und Sanitätshäuser als Ansprechpartner.
Nicht nur Inkontinenzprodukte können das Bettklima verschlechtern.
Auch atmungsinaktive Nacht- und Bettwäsche kann zur vermehrten
Schweißproduktion führen. Achten Sie beim Kauf dieser Wäsche darauf,
dass sie aus Naturfasern, wie z. B. Baumwolle, Seide oder Schurwolle
besteht. Sie schaffen durch Verwendung dieser Materialien ein
gutes Bettklima und damit ein gutes Hautmilieu.
Neben den oben genannten Textilien und Inkontinenzprodukten
hat die Beschaffenheit von Matratzen großen Einfluss auf
das Bettklima. Eine gute Matratze sollte Feuchtigkeit
absorbieren können. Der Grad der Luftdurchlässigkeit einer
Matratze wird unter anderem durch das Vorhandensein von Be-
und Entlüftungskanälen bestimmt.
Ein Wellenprofil auf der Matratzenoberfläche sorgt zusätzlich
für einen Luft- und Flüssigkeitsaustausch. Diese Wellen führen
zu einer gewissen Weichheit der Matratze, die empfindliche Körperstellen,
wie Fersen, Ellenbogen und Schulterblätter schützen.
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