Dekubitus - Immer noch ein Problem in der Pflege ? !
Das Thema "Dekubitus" ist nach wie vor besonders ein
Thema in der Altenpflege bzw. Pflege allgemein, das Pflegefachkräfte,
Mediziner, Pflegewissenschaftler und pflegende Angehörige
gleichermaßen beschäftigt. Dabei kann das Wundliegen
(Dekubitus) mit gezielten pflegerischen Maßnahmen und speziellen
Hilfsmitteln (z. B. Anti-Dekubitus-Lagerungssystemen)
therapiert und oft sogar verhindert werden.
Der "Dekubitus Pflege-Ratgeber" soll einen Beitrag
zur Hilfestellung und Aufklärung bei der Betreuung und Pflege
von Dekubitus-Patienten leisten.
Das Wundliegen eines Patienten, der Dekubitus,
ist in der pflegerisch-medizinischen Versorgung immer noch ein
großes Problem. Das beweisen die Zahlen aus verschiedenen veröffentlichten
Studien. Danach haben Stichproben ergeben, dass ca. 14% aller
im Krankenhaus behandelten Patienten ein oder mehrere Druckgeschwüre
verschiedener Schweregrade davontragen. Im Bereich der älteren
und alten Patienten steigt diese Zahl sprunghaft auf bis zu 30%
und mehr an, da diese Patientengruppe besonders gefährdet ist.
Stichwort: Kosten
Die Angaben der durchschnittlichen Kosten für die Therapie
eines Dekubitus können auf bis zu 50.000 EURO beziffert
werden. Der daraus resultierende volkswirtschaftliche Schaden
beläuft sich auf 1,0 - 2,0 Milliarden EURO pro Jahr.
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Diese Zahlen sind mehr als beeindruckend. Doch viel entscheidender
ist, was die betroffenen Personen durchleiden müssen. Ein
Dekubitus verursacht dem Patienten permanent starke Schmerzen,
die oft nur mit entsprechenden Schmerzmitteln zu stillen sind.
Jede Bewegung und Aktivität wird zur Qual. Der in der Regel
zwei- bis dreimal täglich stattfindende Verbandswechsel (bei Verwendung
von klassischen Verbandsmitteln) stellt sowohl für den Patienten
als auch für die entsprechende Pflegekraft eine enorme Belastung
dar. Die Therapie eines Druckgeschwürs nimmt häufig Monate
in Anspruch. Neben den Schmerzen bewirkt ein Dekubitus eine starke
psychische Belastung. Patienten äußern sich oft in der
Form, dass sie sich vorkämen, als verfaulten sie am lebendigen
Leibe. Der Kontakt zu anderen Menschen, häufig selbst zu
nächsten Angehörigen, wird gemieden. Depressionen sind oft die
Folge.
Das Ziel der Patienten, der Angehörigen und aller an der
Versorgung des Patienten teilhabenden Berufsgruppen muss die Vermeidung
eines solchen Druckgeschwürs sein. Dazu müssen verschiedene aufeinander
abgestimmte, aktivierende und rehabilitierende Maßnahmen durchgeführt
werden. Die wichtigsten sind die Mobilisierung, die richtigen
Lagerungen und die Druckentlastung des Patienten.
Zur Durchführung dieser Maßnahmen werden Fachwissen und ein
ausreichendes Maß an Zeit benötigt.
Zur Unterstützung der Durchführung von Prophylaxe
und Therapie
werden verschiedene Antidekubitus-Lagerungssysteme angeboten.
Das Angebot reicht von speziellen Schaumstoffmatratzen, über Wasserbetten
bis zu High-Tech Mikroglaskugelbetten. Die Entscheidung für den
Einsatz eines bestimmten Systems muss sich nach dem Gefährdungsgrad,
dem Dekubitusstadium
und nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten richten.
Abb.1:
Dekubitus II. Grades
Antidekubitus-Lagerungssysteme
leisten einen guten Beitrag zur Unterstützung von Prophylaxe und
Therapie. Sie sollten jedoch als das gesehen werden, was sie sind,
nämlich Hilfsmittel. Die pflegende Person wird durch solche
Hilfen nicht ersetzt. Sie muss weiterhin sämtliche Risikofaktoren,
wie z. B. Immobilität, Hautveränderungen und Ernährungszustand
richtig einschätzen und die entsprechenden Pflegehandlungen einleiten.
Professionelles pflegerisches Wissen und Handeln, kombiniert mit
einem guten Hilfsmittel, das den Bedürfnissen des Patienten entspricht,
bilden den Ansatz zur Lösung der Dekubitusproblematik im stationären
und im häuslichen Bereich.
Definition: Was ist ein Dekubitus ?
Ein Dekubitus ist eine Gewebeschädigung, die durch hohen
und längeranhaltenden Druck entsteht. Dieser Vorgang kann
durch Reibung oder Scherkräfte zusätzlich negativ beeinflusst
werden.
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Es handelt sich beim Dekubitus also um einen Hautdefekt, der
meistens aufgrund des Drucks des eigenen Körpergewichts auf die
Unterlage entsteht, aber auch durch den Druck des Knochens von
innen auf das Gewebe forciert werden kann. Man spricht daher auch
vom Druckgeschwür. Solche Druckgeschwüre bilden sich bei permanent
sitzenden oder liegenden, immobilen Patienten. Ältere Personen
sind durch Veränderungen der Haut, reduzierte Beweglichkeit und
Sensibilität besonders häufig von diesen chronischen Wunden betroffen.
Ein Dekubitus kann unterschiedlich groß und tief sein.
Solche Wunden sind in der Regel infiziert. Dieses führt
dazu, dass die Heilung nicht selten Monate in Anspruch nimmt.
Bei sehr tiefen Geschwüren bleiben chirurgische Eingriffe oft
nicht aus. Aber auch abgestorbene Zellverbände, sogenannte Nekrosen,
müssen entfernt werden.
Um die Problematik und die Entstehung eines Dekubitus in seinem
Ausmaß zu verstehen ist es notwendig, sich mit dem Aufbau
und der Funktion der Haut
zu befassen.
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